#139
campylobacter
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nachdem mein darm seit meinem aufenthalt in den tropen von zeit zu zeit interessante materialien von sich gab, begab ich mich in die obhut meines hausarztes, dessen namen ich hier nicht nennen möchte. da seines erachtens eine untersuchung des stuhls zu zeitaufwändig sei, verschrieb er mir kurzerhand das antibiotikum ciproflocxacin. der erfolg dieser kur war nur temporär.
ich bin nun in wien zu einer anderen ärztin gegangen, welche bei der diagnose etwas vorsichtiger war und mich in ein medizinisches labor überwies, zu welchem ich im laufe der letzten woche täglich meine scheiße tragen durfte.
es ist übrigens ein etwas ungewöhnliches gefühl seine scheiße in kleine glasröhrchen zu schaufeln und dann mit diesem körperwarmen gebinde durch die stadt zu wandern.
beim abholen der befunde war ich heute morgen etwas nervös: was, wenn ich gar nichts habe? stehe ich dann nicht als medizinisches würstchen vor meiner ärztin?
doch zu meiner erleichterung wurden in zwei der drei proben campylobacter gesichtet. dieser bacter ist zwar einer der gewöhnlichsten erreger von durchfallerkrankungen, aber besser als mit leeren händen, bzw. darmwindungen.
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posted on 14. 11. 2005, 17:32 in alltag, ghana
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#137
khebap
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gestern habe ich meinen ersten versuch gestartet teile der ghanaischen küche in europa zu reproduzieren. gleich zu beginn habe ich mich jedoch nicht an solch heikle angelegenheiten wie foufou oder banku gewagt sondern mit einem simplen beef-khebap gestartet.
in ghana bekommt man diesen khebap, holzspießchen mit fleisch über holzkohlen gegrillt, fast überall. in einfacheren etablissements meist mit ziegenfleisch, ziegenschwarte oder ziegenknorpel, in gehobeneren lokalitäten auch mit rindfleisch. das fleisch wird vor dem grillen in einem pulver gewälzt, welches dann auch zu den gegrillten spießen zum eintunken gereicht wird.
bei der reproduktion dieser scharfen köstlichkeit musste ich allerdings etwas improvisieren: erstens war mir die genaue beschaffenheit des besagten pulvers nicht bekannt und zweitens war es mir nicht möglich, holzspieße aufzutreiben.
mein versuch das pulver mit gestampften clever-erdnüssen und ghanaischem chili nachzubauen war zwar vom geschmacklichem aspekt recht erfolgreich war - es war so scharf, dass man soweiso nichts mehr schmeckt - allerdings ließ die konsistenz etwas zu wünschen übrig. das nächste mal werde ich selbst rohe erdnüsse ohne fett rösten, auf dass es nicht wieder so eine klebrige angelegenheit wird.
das problem mit den spießen, in wien kann man ja nicht einfach in den garten gehen und sich von der nächsten haselstaude ein paar zweige abschneiden, löste ich, indem das fleisch nicht auf spießen sondern einfach auf einer platte gegrillt wurde. gegrillt wurde auch im backofen bei oberhitze und nicht über kohlen.
das ergebnis war durchaus passabel und wenn auch nicht authentisch ghanaisch so zumindest doch etwas exotisch.
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posted on 3. 11. 2005, 11:27 in essen, ghana
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#132
rückkehr
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das akklimatisieren bei meiner rückkehr ins herbstliche wien habe ich etwas übertrieben und mich gleich einmal verkühlt. meinem körper kann ich seine schlechte verfassung aber auch nicht wirklich verdenken zumal ich nach einem gewichtsverlust von 7 kilogramm in 7 wochen nun beim profiboxen in der super-bantamklasse antreten dürfte. aber ich glaube, ich könnte mich ohnehin nur beim amateurboxen zum kampf stellen und auch das währe ob meiner derzeitigen konstitution wohl nur ein kurzer spaß für meinen gegner. beim amateurboxen gibts übrigens andere gewichtsklassen: da wäre ich noch bei den leichtgewichtern.
mein rückflug war eher unspektakulär, so wie flüge im allgemeinen sind. allerdings wäre ich beinahe in den genuss italienischer folklore gekommen. das bodenpersonal der alitalia frönte samstags von 12 bis 16 uhr der schönen tradition des streikens. mein flug nach wien, und damit ich, war davon glücklicherweise noch nicht betroffen.
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posted on 12. 10. 2005, 19:16 in alltag, ghana, reisen
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#131
abschied
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und schon sind sechs wochen vorbei. heute abend starte ich mit alitalia richtung mailand von wo es dann morgen früh in die heimat geht.
gestern war ich nochmal mit esther in dem markt viertel von accra, dessen kern als makola market bezeichnet wird. neben verschiedenen nüssen (kola-, erd-, und tiger-) hab ich eine prächtige ghanaische machete der marke “crocodile”, eine mittelgroße trommel sowie diverse kleinigkeiten erstanden.
der abschied ist wie abschiede halt einmal sind: ein lachendes und ein weinendes auge. nein, ich habe keine augenentzündung, das war jetzt bildlich geschrieben.
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posted on 7. 10. 2005, 10:10 in ghana, reisen
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#130
urlaub in cape coast
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nachdem sich mein körper wieder halbwegs erholt hatte, bin ich am samstag ohne große vorplanung nach cape coast gefahren. die reise hat auch gut funktioniert und dort habe ich im sammo guest house ein sehr billiges zimmer mit angepasstem preis-/leistungsverhältnis bekommen. mit anderen worten: die matratze sollte man nicht als solche bezeichnen dürfen und das leintuch hätte auch vor längerer zeit einmal gewechselt werden können. aber solche kleinigkeiten sollen einen nicht aufhalten.
am sonntag habe ich mich nochmal einige kilometer weiter in den westen gewagt und einen geruhsammen tag am strand von kormenda, das glücklicherweise noch nicht touristisch erschloßen ist, verbracht.
mit leichtem sonnenbrand und cosmos, meinem neuen besten freund aus kormenda, bin ich gestern in den kakum nationalpark gefahren um in schwindelerregender höhe zwischen gigantischen bäumen spazieren zu gehen. am rückweg haben wir noch einen zwischenstopp im idyllischen hans cottage botel eingelegt, wo man bier trinken und krokodile beobachten auf sehr angenehme art kombinieren kann.
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posted on 4. 10. 2005, 21:40 in ghana
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#129
montezumas rache
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montag morgen bin ich nach accra gefahren um ein paar traveller cheques einzulösen und mir ein busticket nach cape coast zu besorgen. mein plan war mittwochs abzureisen und dann dort ein paar schöne tage am strand und im kakum-nationalpark zu verbringen. wer in ghana mit den bequemen und luxiorösen stc-bussen reisen will, sollte sich seine karte nämlich immer im voraus organisieren.
aber es kam anders.
um die checks einzulösen muss man nämlich seinen pass vorzeigen, was ich allerdings erst in der bank erfuhr. nicht weiter tragisch, ein paar hunderttausend cedis habe ich noch und außerdem trage ich immer euros mit mir, die man überall problemlos wechseln kann. ärgerlich war da schon, dass mich ohne ersichtlichen grund im laufe des vormittags starkes fieber befiel. und an einem sonnigen montag vormittag (und sonnig hat in den tropen eine andere bedeutung als in mitteleuropa) in einem nach benzin stinkendem kleinbus durch die verstopften straßen zu stauen macht ein solches leiden nicht gerade angenehmer. ich kaufte mir dennoch das busticket nach cape coast, allerdings erst für donnerstag um einen zeitlichen puffer zum auskurieren zu haben. das ticket kostet 25.000 cedis, also etwa 2,50 euro, was für meine europäische brieftasche, im falle einer fehlinvestition, kein allzu herber schlag wäre.
das fieber war am dienstag, unter der sicheren hand der krankenschwester hier am vvu-campus, mit aspirin und kalten duschen besiegt, allerdings war heftiger durchfall hinzugekommen, der sich mit kohletabletten allein nicht beruhigen ließ. so nehme ich seit gestern abend antibiotioka und hoffe auf baldige genesung.
was mich etwas grübeln lässt, ist wie ich mir diese infektion eingefangen habe. die letzten tage habe ich nur in der cafeteria der vvu gegessen, wo eigentlich, sowohl aus kulinarischer als auch hygienischer sicht, einwandfrei gekocht wird.
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posted on 28. 9. 2005, 16:19 in ghana
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#128
graduation an der vvu
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dieses wochenende wurden an die im letzten jahr gebackenen bachelors of business administration bzw. theology bzw. religion bzw. computer science ihre abschlußzeugnisse überreicht. in ghana geschieht das, nicht wie im kalten mitteleuropa im sekretariat sondern es wird über 4 tage hinweg im großen stil zelebriert. so gab es am donnerstag ein bankett zu ehren der graduenten, mit ca. 500 geladenen gästen. ich wurde vom präsidenten der vvu, nicht ganz korrekt, als austauschstudent im rahmen des deutschen forschungsprojektes vorgestellt und durfte, um sanft applaudiert zu werden, mein haupt zur schau stellen. am buffet wurde jedem besucher ein lakai zur saite gestellt, der den teller während dessen beladung hielt und ihn anschließend zum tisch trug. toller service.
freitag und samstag gab es dann jeweils einen gottesdienst, die ich jedoch beide elegant durch nicht erscheinen umging.
gestern fand die abschließende zeremonie mit zeugnisübergabe statt. geschätzte besucherzahl: 1500. darunter so illustre persönlchkeiten wie der ghanaische bildungsminister, der eine schöne ansprache hielt. der präsident stellte mich einmal mehr den massen vor. danach gab es dann, für die ehrengäste, unter die ich mich mischen durfte, ein sehr leckeres buffet.
ich finde es interessant, in welche sphären man hier als student aus europa gehoben wird. unter welchen umständen hätte ich in österreich die möglichkeit mit frau gehrer vom gleichen essen zu naschen? nicht dass mir dies ein anliegen wäre, aber so rein prinzipiell…
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posted on 26. 9. 2005, 9:18 in ghana, uni
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#127
lagebericht 5
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ich wurschtel an meiner arbeit herum, führe interviews, lasse mich in der größten mittagshitze zu alten tümpeln führen und irgendwie kommt mir hier alles immer normaler vor. das essen in der cafeteria ist gut und vegetarisch, außerhalb fleischlastig und meist sehr scharf. die menschen sind freundlich, interessiert an dem was man macht.
nächste woche will ich ein paar tage nach cape coast fahren. das ist ungefähr 150 kilometer weiter westlich an der atlantikküste. dort gibts neben palmenstrand (wie es ihn an der ganzen küste gibt) eine angeblich sehr sehenswerte sklavenburgen und einne kleinen nationalpark. ich hoff dann gibts wieder etwas spannenderes zu berichten.
dieses wochenende finden hier an der valley view university die graduation-feierlichkeiten statt. mal schauen was das so bringt.
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posted on 21. 9. 2005, 14:01 in ghana
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#126
botanischer garten
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heute hat der präsident der valley view university, dr. laryea (sprich lai), für die gäste und neuankömmlinge einen ausflug in den botanischen garten von aburi veranstaltet. dieser wurde 1890 von einem briten gegründet und wird bis heute sehr gut gepflegt. zu sehen gibt es, neben ein paar verkümmerten bäumchen, die queen elizabeth ii und ihr sproß charles gepflanzt haben, einige wirklich beeindruckende gewächse. ausserdem ein kraut, dass sich über klebrige samen verbreiten will, schöne blüten, tolle früchte.
das highlight für mich war ein rubber tree. dieser parasit wächst auf anderen bäumen, hat aber seine eigene wurzeln. im laufe von 50 jahren schafft er es, andere bäume mit seinem stamm zu ummanteln und diese zu erwürgen. der wirt stirbt ab und fault weg. dann steht der rubber tree als röhre, in die man hineingehen und bis nach oben durchschauen kann, da.
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posted on 18. 9. 2005, 21:12 in ghana
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#125
lagebericht 4
1126602975
nach einem anstrengenden wochenende, an dem meine wirbelsäule innige bekanntschaft mit den schlaglöchern ghanas straßen geschlossen hat, bin ich gut von dormaa zur valley view zurückgekehrt. insbesondere die rückfahrt, bei der wir nicht mit einem der luxus-busse von stc gereist sind, war interessant. und zwar wegen einem widerlichen quacksalber der den leuten erst irgendeine rinde zum kauen gab, und als ihnen dann schlecht wurde, um 10.000 cedis ein wundermittel gegen alles, inklusive übelkeit, verhökerte, einem kotzenden kind (wahrscheinlich wegen der rinde), einigen quer über bzw. neben der straße liegenden trucks sowie lebensmüden ziegen und hunden auf der fahrbahn. und das alles für nur 3 euro 50 für 6 stunden, bzw. 300 kilometer!
dormaa selbst ist ein verschlafenes städtchen im grenzgebiet zu cote d’ivoire, von dem man nicht behauptne kann, dass dort der bär im nachthemd steppt. dafür haben uns die alten freunde von toni leckeres fufu serviert.
gestern war ich in einem der umliegenden dörfer der valley view um leute über ihre wassernutzung zu interviewen. es ist eigentlich recht gut gegangen und ich glaube, die leute waren recht erfreut über die abwechslung, dass einmal ein weißer ins dorf kommt und komische fragen stellt.
heute morgen hab ich endlich ein zimmer an der valley view beziehen können, was mir jeden tag zwei taxi-/trotro-fahrten erspart. vor allem am abend war es hier nämlich nicht immer ganz einfach, eine fahrgelegenheit zu ergattern.
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posted on 13. 9. 2005, 11:16 in ghana, reisen
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