archive for the ‘reisen’ category

#168

wetterflucht

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vor gut eienr woche war in verschiedenen österreichischen periodika zu lesen, metereologen hätten verkündet es würde sich in den folgenden zwei wochen herausstellen ob es dieses jahr noch etwas werden würde mit einem sogenannten jahrhundertsommen. wie es den anschein hat, war diese prognose durchaus korrekt und man kann inzwischen mit relativ großer gewissheit davon ausgehen, dass der sommer 2003 nicht auf die ränge verwiesen wird.
um dem kalten klima auszuweichen, welches diesen neuen rekord vereitelt hat, werde ich mich für den rest dieses augustes, der nicht gewillt war den österrechischen wetterkundlern weiterhin erhöhte medienpräsenz zu bescheren, nach süd-westeuropa verabschieden um die dortigen bahnhöfe kennen zu lernen.

#132

rückkehr

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das akklimatisieren bei meiner rückkehr ins herbstliche wien habe ich etwas übertrieben und mich gleich einmal verkühlt. meinem körper kann ich seine schlechte verfassung aber auch nicht wirklich verdenken zumal ich nach einem gewichtsverlust von 7 kilogramm in 7 wochen nun beim profiboxen in der super-bantamklasse antreten dürfte. aber ich glaube, ich könnte mich ohnehin nur beim amateurboxen zum kampf stellen und auch das währe ob meiner derzeitigen konstitution wohl nur ein kurzer spaß für meinen gegner. beim amateurboxen gibts übrigens andere gewichtsklassen: da wäre ich noch bei den leichtgewichtern.
mein rückflug war eher unspektakulär, so wie flüge im allgemeinen sind. allerdings wäre ich beinahe in den genuss italienischer folklore gekommen. das bodenpersonal der alitalia frönte samstags von 12 bis 16 uhr der schönen tradition des streikens. mein flug nach wien, und damit ich, war davon glücklicherweise noch nicht betroffen.

#131

abschied

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und schon sind sechs wochen vorbei. heute abend starte ich mit alitalia richtung mailand von wo es dann morgen früh in die heimat geht.
gestern war ich nochmal mit esther in dem markt viertel von accra, dessen kern als makola market bezeichnet wird. neben verschiedenen nüssen (kola-, erd-, und tiger-) hab ich eine prächtige ghanaische machete der marke “crocodile”, eine mittelgroße trommel sowie diverse kleinigkeiten erstanden.
der abschied ist wie abschiede halt einmal sind: ein lachendes und ein weinendes auge. nein, ich habe keine augenentzündung, das war jetzt bildlich geschrieben.

#125

lagebericht 4

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nach einem anstrengenden wochenende, an dem meine wirbelsäule innige bekanntschaft mit den schlaglöchern ghanas straßen geschlossen hat, bin ich gut von dormaa zur valley view zurückgekehrt. insbesondere die rückfahrt, bei der wir nicht mit einem der luxus-busse von stc gereist sind, war interessant. und zwar wegen einem widerlichen quacksalber der den leuten erst irgendeine rinde zum kauen gab, und als ihnen dann schlecht wurde, um 10.000 cedis ein wundermittel gegen alles, inklusive übelkeit, verhökerte, einem kotzenden kind (wahrscheinlich wegen der rinde), einigen quer über bzw. neben der straße liegenden trucks sowie lebensmüden ziegen und hunden auf der fahrbahn. und das alles für nur 3 euro 50 für 6 stunden, bzw. 300 kilometer!
dormaa selbst ist ein verschlafenes städtchen im grenzgebiet zu cote d’ivoire, von dem man nicht behauptne kann, dass dort der bär im nachthemd steppt. dafür haben uns die alten freunde von toni leckeres fufu serviert.
gestern war ich in einem der umliegenden dörfer der valley view um leute über ihre wassernutzung zu interviewen. es ist eigentlich recht gut gegangen und ich glaube, die leute waren recht erfreut über die abwechslung, dass einmal ein weißer ins dorf kommt und komische fragen stellt.
heute morgen hab ich endlich ein zimmer an der valley view beziehen können, was mir jeden tag zwei taxi-/trotro-fahrten erspart. vor allem am abend war es hier nämlich nicht immer ganz einfach, eine fahrgelegenheit zu ergattern.

#124

lagebericht 3

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nachdem ich diese woche hauptsächlich damit verbracht habe, mich völlig auszukurieren, was mir nahezu gelungen ist, geht es dieses wochenende nach dormaa ahenkro. das ist eine kleine stadt ganz im westen von ghana, wo toni, mein morgiger reisegefährte, vor 15 jahren als entwicklungshelfer tätig war. als transport dient uns stc, die größte ghanaische gesellschaft, die überlandbusse betreibt. stc hat hier einen sehr guten ruf, nicht nur weil die busse angeblich bequem sind, sondern auch weil immer ein mit automatischen waffen ausgerüsteter guard an bord ist. aber tagsüber muss man ohnehin keine angst vor wegelagerern haben.

#118

lagebericht 2

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freitag, 26. 8. 2005, 21:09
heute vormittag war ein kleinbus voll mit deutschen da, die in koforidua ein praktikum machen. das heißt, die zahlen gutes geld dafür, dass sie nach ghana fliegen dürfen um dann wände zu streichen und unkraut zu jäten. zuerst hab ich mir auch gedacht, was sich wohl jeder denkt, der meine einleitenden sätze liest, aber im nachhinein, gestehe ich dem ganzen auch seine legitimität zu. natürlich, entwicklungshilfe ist das keine, aber immerhin besser als cluburlaub in einem entwicklungsland.
am nachmittag bin ich mit toni nach namidia zum einkaufen gefahren. seine hauptmission waren einige packungen multivitaminsaft (auf der valley view herrscht alkoholverbot), meine war es handtücher zu kaufen. ich hatte nämlich nicht bedacht, dass das eine, welches ich mitgenommen hatte schon nach drei tagen gewaltig zum stinken anfängt, da das tropische klima hervorragend für die vermehrung von bestialisch stinkenden, in handtüchern lebenden bakterien geeignet ist. der gestank kommt übrigens ganz sicher nicht von mir, sondern vom tropischen klima.
bis jetzt war ich dann noch mit toni im hill top, einem netten gartenlokal in dem dorf, wo ich derzeit einquartiert bin. ein bier, welches hier übrigens stolze 600 kubikmillimeter misst, kostet 7500 cedis, also ungefär 80 eurocent, wenn man das trinkgeld beim umrechnen schon berücksichtigt.
morgen vormittag ist kirchgang angesagt. bei den sieben-tage-adventisten geht der sabbath, welcher anstelle des sonntags der heilige tag der woche ist von freitag sonnenuntergang bis samstag sonnenuntergang und gipfelt in dem samstags mittag abgehaltenen zweistündigen gottesdienst.

ps. ich poste immer zeitversetzt, da ich in meinem zimmer, wo ich im moment diese zeilen tippe, keinen internetzugang habe. d.h. ich werde diese zeilen erst morgen, samstag, ins internet stellen.
pps. ich hab es geschafft, vier fotos online zu stellen

#117

lagebericht

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bislang war hier ja alles sehr gemütlich, aber was die tropen klimatisch hergeben, wurde mir heute mittag klar, als einmal für ein paar minuten die sonne durchkam. immerhin habe ich heute abend meine erste fahrt mit einem sammeltaxi gemeistert. es hat mich zwar ein student der vvu unter die fittiche genommen, aber ich bin trotzdem glücklich, erste erfahrungen mit ghana ohne meine deutschen mitstreiter auf der vvu gemacht zu haben.
bei diesen handelt es sich um toni, einem bayrischen baumeister, louis, einem ghanesisch stämmigen berliner landschaftsplaner und esther, dessen ghanesischer frau. gestern sind wir gemeinsam in accra gewesen, deutsche botschaft und gtz besucht und hähnchen gegessen. auf der vvu gibts nämlich nur vegetarische küche, welche zwar sehr gut ist, aber auf dauer regt dieser ghanesische fleischersatz aus mehl, der soja und tofu als fleischersatz sehr alt aussehen lässt, doch sehr zu echtem fleischkonsum an.
jetzt werde ich noch auf moskitojagd gehen und mich dann in meinen schlafsack verkriechen. die tropen machen einen sehr müde.

#116

welcome to the jungle

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bin gut eingekommen, soweit schon aklimatisiert, von durchfällen verschont geblieben. alles roger sozusagend.

#115

ghana, ich komme

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nun ist es endlich endgültig und sicher: ich fliege diesen sommer nach ghana. heute habe ich meine flugtickets gebucht und bekommen. der spaß kostet mit taxen und steuern stolze 862 euro. und um diesen preis zu bekommen habe ich einige reisebüros abgeklappert und lange im www gesucht. gefunden habe ich dann mittels checkfelix bei sta einen alitalia-flug von wien über mailand nach accra.
ich hab dann gut sechs wochen zeit für meine arbeit über entwicklungdifferenzen ländlicher wasserver- und entsorgung material zu sammeln. residieren werde ich im gästehaus der valley view university. das ist eine privat-universität, gegründet von den siebenten-tags-adventisten, ungefähr 30 kilometer von der ghanesischen hauptstadt accra entfernt.

#114

apfelwiese

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wenn auch nicht unter die groß- so könnte ich, wenn mir danach wäre, unter die grundbesitzer gehen. meine mutter hat nämlich eine kleine apfelwiese geerbt und angeboten, diese gleich an die nächste generation weiterzureichen. nachdem mein bruder dies ausgeschlagen hat, könnte ich mir diesen flecken land nun alleine krallen.
der haken an der sache ist, dass sich dieses gütle, wie es die schwaben angeblich nennen, dort befindet, wo die schwaben zu hause sind: in bietigheim, nördlich von stuttgart. eine überlegung wäre, diese zehn mal zweihundert meter naturschutzgebiet (das grundstück befindet sich nämlich in einem solchen) zu verkaufen und dafür einige hektar regenwald in südamerika kaufen. diese tropenhölzer sind wenigstens mehr wert als hundertjährige apfelbäume.
allerdings ist da auch noch die sache mit dem sentimentalen wert: die wiese ist seit einigen generationen im familienbesitz und es steht eine selbst geschmiedete blechhütte meines urgroßvaters (sofern ich das mit den familienverhältnissen richtig mitbekommen habe) darauf.
derzeit wird das ganze von einem bietigheimer nebenerwerbsbauern gemäht und - sofern sich ein ertragreicheres jahr als das heurige einstellt - geerntet. ein tatbestand über den man froh sein muss.
den baum- und hüttenbestand habe ich fotografisch festegehalten.